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Ihr Lieben,
ach finnisch Lappland – immer wenn ich mir die Bilder von der Reise anschaue, bekomme ich sehr großes Fernweh! Es war so eine herrliche Zeit! Ich kann den Herbst in der Region Ruka-Kuusamo nur empfehlen. Vielleicht habt ihr ja auch schon den großen Rückblick gelesen! Aber eine Sache hab ich etwas ausgespart. Weil sie ganz besonders mein Herz berührt hat und ich Euch einen eigenen Artikel dazu schreiben wollte. Über unsere Begegnung und die Zeit mit Theresa und Tomasz.
Beide haben in Finnland eine Ausbildung zum Wilderness Guide gemacht und sich dabei ineinander verliebt. Tomasz – der Koch, welcher ursprünglich aus Polen kommt und eine Veränderung brauchte vom Leben in der Küche und Gastro und Theresa – die Finnlandschwedin, die beim Film gearbeitet hat. Zusammen haben sie sich in Ruka Kuusamo niedergelassen und Wild Out gegründet.
Ihr Ziel ist es einen positiven Einfluss auf die Natur auszuüben, dabei die Natur zu erleben und mit den eigenen Händen zu arbeiten. Nach unserer Ankunft in der Werkstatt haben die beiden uns viel über die Vögel in der Region erzählt. Sie bauen Vogelhäuser aus Altholz und bringen diese in einem Wald an. Je nach Lochöffnung und Aufbau sind die Häuser für verschiedene Vögel geeignet. Und anders als in Deutschland wird es in Finnland ja wirklich klirrend kalt. Daher freuen sich die Vögel über dieses Schutzangebot.
Theresa und Tomasz stellten uns Werkzeuge und eine Anleitung zum Bau der Vogelhäuschen zur Verfügung. Und das ganze ganz entschleunigt – ohne elektrisches Werkzeug. Lediglich mit der eigenen Körperkraft.
Und so plauderten wir, bohrten und schraubten, um am Ende ein kleines eigenes Vogelhaus geschafften zu haben. Ich liebe es ja Dinge mit den Händen zu schaffen und hatte wirklich unglaublich viel Spaß.
Die Vogelhäuser, die sie mit ihren Besuchern machen, bekommen alle eine Nummer und werden auf einer interaktiven Karte auf der Webseite eingebettet. Und auf dieser Karte findet man jetzt auch unser Vogelhaus, denn für uns ging es nach dem Bauen direkt weiter tief in die Natur in den Wald.
Bewaffnet mit den Vogelhäusern und dem Equipment für ein köstliches 3-Gänge Menü ging es für uns über kleine Bergkuppen, über dichtes Moos, Moorige Gebiete und umgefallene Bäume. Theresa erklärte uns viel zu dem Wald, bis wir dann an unserem Ziel ankamen. Dem WildOut Shelter. An diesem kleinen Lager hatte Tomasz schon die Outdoor Küche aufgebaut. Idyllisch gelegen in einer Lichtung mit vielen Bäumen drum herum. Wir machten uns auf die Suche nach dem idealen Platz für die Vogelhäuser und wurden fündig. Mit der richtigen Ausrichtung – und mit einem tollen Ausblick (das war mir natürlich wieder mal wichtig) wurde unser Vogelhaus festgezurrt und ich bin schon gespannt in Zukunft auf der Webseite immer mal wieder nachzuschauen, welche Vögel hier nun genistet haben.
In der Zwischenzeit hatte Tomasz für uns schon Wasser aufgesetzt und einen leckeren Tee aus gesammelten und getrockneten Blättern gemacht. Es war eine Mischung aus Moltebeere, Birkensprösslinge, fermentierte Himbeerblätter, Heide, Fichtennadeln uvm. Super spannend (Fun Fact – wir haben in den vier Tagen ganz viele unterschiedliche Tees getrunken, die mit Zutaten aus der Natur zusammengewürfelt waren. Jeder ganz individuell und nach den eigenen Vorlieben zusammengestellt)
Tomasz werkelte still und heimlich in der Küche und brutzelte. Wir waren ganz gespannt und wollten Helfen – aber keine Chance. Und dann kam plötzlich der erste Gang! Die Suppe! Ich hatte viel erwartet, aber nicht so ein tolles Geschmackserlebnis da draußen im Wald. Tomasz verwendet vor allem regionale Zutaten und auch viel aus der Natur. Die Zucchini und Möhren stammte aus dem eigenen Hochbeet und in Kombination mit der Brennnessel und dem Topping aus Rapsöl und Sauerampfer – Wahnsinn! Was für eine tolle Kombination. Ich hab ihn nach dem Rezept gefragt und freue mich die Zucchini-Brennnessel Suppe mit Euch zu teilen.

Zutaten:
200 g rote Zwiebel
1 kg Zucchini
300 g Karotte
20 g Knoblauch
1000 ml Gemüsebrühe
50 ml Apfelessig
Salz
Pfeffer
50 ml kaltgepresstes Rapsöl
40 g Butter (kann auch auf pflanzlicher Basis sein)
2 TL Kurkuma
3-4 Hände frische Brennnessel
Toppings:
kaltgepresstes Rapsöl
Sauerampfer
geröstete Kürbis- oder Sonnenblumenkerne

Zubereitung:
- Das gesamte Gemüse waschen und schälen. Anschließend das Gemüse und die Zwiebel in kleine Würfel schneiden.
- In einem großen Topf die Butter zerlassen und die Zwiebel glasig andünsten. Sobald die Zwiebel glasig ist, die Karotten hinzufügen und weiter kochen. Es sollte alles goldbraun und schön karamellisiert sein.
- Den Knoblauch in kleine Würfel schneiden und gegen Ende des Bratvorgangs dazugeben. Alles zusammen weitere 2-3 Minuten braten.
- Mit der Brühe aufgießen, einen Deckel auflegen und kochen, bis die Karotten weich sind. Wenn die Karotten weich sind, die Zucchini hinzufügen und weitere 5 Minuten kochen.
- Die Suppe pürieren, bis sie glatt ist. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Anschließend Kurkuma und Essig hinzufügen.
- Die Brennnessel leicht hacken, in die Suppe geben und weitere 5 Minuten kochen. Nochmals mit dem Mixer pürieren, dann das kaltgepresste Rapsöl hinzufügen.
- Bei Bedarf nachwürzen. Die Suppe sollte durch das Gemüse einen leicht säuerlichen und süßen Geschmack haben.
- Die Suppe mit zwei bis drei Esslöffeln kaltgepresstem Rapsöl, frischen Sauerampferblättern und eventuell gerösteten Kürbis- oder Sonnenblumenkernen servieren.
Tomasz hat auch noch Tipps zu den Kräutern für Euch: „Brennnessel und Sauerampfer wachsen am Wald- und Wiesenrand. Ihr könnt sie leicht erkennen, aber wenn Ihr Euch unsicher seid, solltet Ihr jemanden um Hilfe bitten, der sich mit Wildkräutern auskennt. Alternativ könnt Ihr auch vertrauenswürdige Verkäufer auf lokalen Märkten fragen, ob sie welche im Angebot haben. Die Brennnessel ist am besten, wenn sie jung ist, in der Regel im Frühjahr, aber sie wächst in drei Jahreszeiten – Frühling, Sommer und Herbst. Ihr könnt zu jeder dieser Jahreszeiten neue Triebe finden. Vermeidet es jedoch, Brennnesseln zu sammeln, wenn sie blühen, Samen tragen oder wenn die Blätter sehr dunkelgrün sind. Sammelt auch keine Brennnesseln (oder andere Kräuter) nach starkem Regen oder an einem sehr sonnigen, heißen Tag. Unter diesen Bedingungen kann die Brennnessel größere Mengen an Histamin anreichern, das in großen Mengen das Verdauungssystem belasten kann. Ansonsten ist die Brennnessel eine sehr gesunde Pflanze und eine ausgezeichnete Eisenquelle – besser als Spinat.“
Kulinarisch ging es köstlich weiter. Leckere gefüllte Ravioli mit Pfifferlingen und Wildkräutern und am Ende leckere Pancakes mit Blaubeermarmelade. Ich hatte mich schon auf diesen Besuch in unserm Programm gefreut, aber meine Erwartungen wurden bei weitem übertroffen. Und das liegt nicht nur an der unglaublichen Herzlichkeit von Theresa und Tomasz, sondern auch an dem bombastischen Essen in der freien Natur. Etwas was man unbedingt einmal erleben sollte.
Ich muss unbedingt nochmal wieder kommen – zu Wild Out. Vielleicht sag ich offiziell, dass ich nach dem Vogelhaus sehen möchte. Vielleicht bekomm ich dann ja nochmal so ein tolles Essen und so eine ganz besondere Auszeit mitten im Nirgendwo. Das wäre herrlich!
Alles Liebe
Clara
P.S. Ich war in Ruka Kuusamo auf einer Pressereise. In dem Zuge durfte ich Theresa und Tomasz kennenlernen. Es war mir persönlich ein großes Bedürfnis das tolle Konzept der beiden mit Euch zu teilen.






























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