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Allgemein, Persönliches · 1.05.20

Familientagebuch Woche 7 – ist halt so!

Familientagebuch in Coronazeiten - Woche 7 - tastesheriffIhr Lieben,

eine Neue Woche ist um – Woche 7! Was für ne krasse Kiste. Hätte uns das irgendjemand Anfang des Jahres gesagt, hätten wir ihn ausgelacht. Laut ausgelacht. Und da sitzen wir nun und haben nur noch „mittelviel“ zu lachen – oder entwickeln eine Art von Sarkasmus, den man vermutlich als Galgenhumor auslegen kann. Ja! So ist es auch bei mir! Diese Woche war eine Achterbahn der Gefühle. Aber deutlich besser als Woche 6 und nun schaue ich sichtlich aufgeräumter in die neue Woche und auf all das was kommt.

Familientagebuch in Coronazeiten - Woche 7 - tastesheriff
Familientagebuch in Coronazeiten - Woche 7 - tastesheriff

Wie viele Tage sind wir schon zuhause?

Lange!  Viel zu lange! Seit dem 13. März – wie fast alle anderen auch! also seit 49 Tagen! Und ich habe festgestellt, dass wir nun auch fast seit einem Monat hier an der Nordsee sind! Das ist schon ne Zeit! So lange am Stück war ich hier seit meiner Jugend wohl nicht mehr. Aber das Meer hab ich noch kein mal gesehen. Vielleicht ändere ich das in den nächsten Tagen mal!

Wie ist die aktuelle Stimmung?

Gut! Irgendwie gut! Mein Mann war unter der Woche in Hamburg und ist gestern Abend wieder zu uns gekommen. Es hat gut mit der „Oma-Kita“ geklappt und ich konnte einige Termine einhalten und Dinge machen und ich seh wieder Licht am Ende des Horizonts.

Anfang der Woche hab ich mir irgendwann gedacht: „Verschwende einfach keine Energie mehr da rein, akzeptiere es einfach dass Dein Leben fremdbestimmt ist und Du einfach für die nächsten Monate hier bleibst! Ist jetzt so!“

Dann hab ich irgendwann gegen Wochenmitte wieder Pläne geschmiedet! Die Zweitwohnungsregelung wird hier in Schleswig-Holstein ja wieder gelockert. Und so hab ich beschlossen mit den Kindern am 17.5. für ein paar Tage mal wieder nach Hamburg zu fahren. Dort kann ich mir da dann die Betreuung mit meinem Mann zu teilen, mal wieder in meine Büro gehen und einfach mal wieder die Perspektive wechseln. Die nächsten 2 Wochen werde ich alleine hier mit meiner Mutter und den Kindern durchziehen, da mein Mann das nächste Wochenende arbeiten muss… aber die Pläne geben mir irgendwie Hoffnung und gute Laune!

Die Kinder sind sich irgendwie selbst genug! Es wundert mich unglaublich – aber die ruhen so in sich selbst und sind so zufrieden. Selbst die Sehnsucht nach ihren Freunden ist sehr gering! Nur die Kleine hat neulich mit dicken Kullertränen ein paar Spielsachen aus Hamburg vermisst. Die hat mein Mann dann zumindest teilweise gestern mitgebracht.

Familientagebuch in Coronazeiten - Woche 7 - tastesheriff
Familientagebuch in Coronazeiten - Woche 7 - tastesheriff

Der schönste Moment diese Woche?

Der Geburtstag meiner Mutter am Montag! Die Kinder waren aufgeregter als meine Mutter selbst und es war ein wunderschöner Tag!

Und dann gab es da ein Video! Eine heiß geliebte Erzieherin aus der Kita hatte gestern Geburtstag. Wir Elternvertreter haben im Vorfeld überlegt, was wir machen können und so haben wir alle Eltern gebeten ein kleines Videosnippet aufzunehmen. Es haben alle mitgemacht und so kam ein über 2 Minütiges Video heraus mit allen 23 Kindern aus der Gruppe (plus einigen Geschwistern) mit einem wunderschönen Ständchen. Das haben wir ihr dann geschickt und sie hat sich sehr gefreut! Mir hat es so Spass gebracht das Video zu schneiden und mich an vielen Stellen zu Tränen gerührt! 7 Wochen  – da ist bei so vielen Kindern so viel passiert. Die Mädchen und ich haben das jetzt so oft gesehen und uns immer wieder gefreut. Das Video wird uns immer an die Zeit erinnern.

Familientagebuch in Coronazeiten - Woche 7 - tastesheriffDer schlimmste Moment diese Woche?

Hängt mir dem Krankheitsfall in der Familie zusammen. Die Nebenwirkungen haben für eine erneute stationäre Aufnahme im Krankenhaus gesorgt. Ich mach mir da unglaubliche Sorgen und hoffe so, dass bald alles gut wird. Aber bis es soweit ist, werden wohl noch viele Monate ins Land ziehen.

Familientagebuch in Coronazeiten - Woche 7 - tastesheriff
Familientagebuch in Coronazeiten - Woche 7 - tastesheriff

Was stresst dich gerade?

Irgendwie nix! Also doch – klar.  Die ein oder andere Kleinigkeit! Nicht zu wissen, wann und wie es weitergeht. Aber mit unseren Hamburg Plänen, hab ich da irgendwie den Druck raus genommen. Und natürlich stressen mit weiterhin Abgabetermine und meine vielleicht nicht zu 100%ige Zuverlässigkeit. Das ist mir super wichtig. Aber das ist dann wohl halt so.

Ansonsten hab ich selbst etwas den Druck raus genommen. Bei meiner Agentur Projekte abgesagt, an Svenja abgegeben oder verschoben. Ich kann gerade unter den Betreuungsbedingungen und der limitierten Zeit nicht in allen Dingen zufriedenstellende Leistungen erbringen und dann muss ich da auch mal nein sagen.

Und ich hab bei meinen Mitarbeiterinnen die Stundenzahl erhöht. Jasmin hält mir im Versand und bei anderen Projekten den Rücken frei. Und Josi sitzt auch im Homeoffice und macht jetzt täglich ein paar Dinge, statt wöchentlich 6 Stunden am Stück. Das hilft mir sehr! Vor allem weil wir alle so eingespielt sind und es „einfach passiert“ ohne viele Worte. Plötzlich sind Sachen geregelt für die mir die Zeit fehlt.

Familientagebuch in Coronazeiten - Woche 7 - tastesheriffWas hat besonders Spaß gemacht?

Die Zeit mit den Kindern. Unsere Setzlingspflege, die Besuch bei den Flaschenlämmern der Nachbarn, Expeditionen durch die Natur und auch die gemeinsamen Mahlzeiten.

Was haben wir diese Woche selber gemacht?

Perlenketten aus Holzperlen. Ich hatte da noch ein Set in meiner Notfallkiste und so wurden ordentlich Holzperlen für alle Familenmitglieder gemacht. Sogar für meinen Mann, der dann am Sonntag mit einer wunderschönen Holzperlenkette in Rosa- und Minttönen um den Hals ins Auto nach Hamburg stieg. Sehr zu meiner Freude!! Ansonsten haben wir diese Woche nicht so unglaublich viel selbst gemacht. Ausser viel gemalt und Setzlinge angezogen .. aber mehr eigentlich nicht!

Familientagebuch in Coronazeiten - Woche 7 - tastesheriffWas haben wir diese Woche gekocht?

Die Kleine sagte neulich, als wir eine Hackfleischpfanne aßen: „Was heisst Hackfleisch auf spanisch?“… „Keine Ahnung“.. „Spaghetti Bolognese“  – jetzt wisst ihr Bescheid.

Es gab bei uns also eine Hackpfanne dann aus den Resten Spaghetti Bolognese, dann Lasagne von meiner Schwester, dann aus alten Bolognese Resten Spaghetti mit Tomaten-Bolognese Soße und mehrfach Schnittchen. Tagsüber gab es Mittags meistens Obst, Joghurt oder Kuchen. Und es wurde im Wechsel Brot oder Joghurt gefrühstückt. Alles wie immer. Familientagebuch in Coronazeiten - Woche 7 - tastesheriff

Ja – ihr merkt – diese Woche klingt gleich irgendwie etwas zuversichtlicher! Ich hab keine Lust mehr mich von meiner eigenen Stimmung runterziehen zu lassen. Geholfen hat mir übrigens sehr , dass ich nur noch einmal pro Woche einkaufen gehe. Das reicht auch! Vollkommen.

Alles Liebe und behaltet die Kraft.. wir brauchen sie alle!

Clara

 

Die Idee zum Familientagebuch stammt übrigens von Kerstin von Sanvie. Sie veröffentlicht das jeden Freitag und ich nun auch schon seit Woche EINS!

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Posted By: tastesheriff Clara · In: Allgemein, Persönliches

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Kommentare

  1. Ilka Arndt sagt

    1.05.20 zu 14:33

    Ich hatte am letzten Wochenende noch einmal eine Runde Alltagsmasken genäht, für Freund:innen und für mich. Sie mit Textilfarbe bemalt oder bestickt und mir eine mit knallroten Lippen gemacht. (siehe Insta). Das tat unglaublich gut, weil es mit dem ganz bewussten und aktiven Beschluss einher ging, mich nicht von einem Virus fremdbestimmen zu lassen. Ich respektiere und akzeptiere jede Sicherheitsbestimmung ohne Diskussion. Aber ich lasse mir meine Lebensfreude nicht nehmen. Wir haben Maskenpflicht? Ok, dann mit tollen und schönen Masken … Machen, was geht und das richtig. Gleichzeitig ein deutliches Nein zu Sachen die nicht gehen, ohne Hadern. Was mir hilft, ist, dass es allen so geht.
    Kommt gut durch die neue Woche!
    Grüße! Ilka

    Antworten
  2. martina sagt

    1.05.20 zu 16:28

    Ach Claretti. Das klingt wundervoll! Bis auf den Krankheitsteil… der betrübt mich sehr. Aber ich freu mich, dass du deinen kleinen Weg für euch gefunden hast. So müssen wir das alle machen und wenn wir uns mental darin bestärken, dann schaffen wir auch den Rest – auf einer Arschbacke! Sorry my french!
    Bleib so zuversichtlich. Drück dich! Martina

    Antworten

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