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Ihr Lieben,
dies ist der zweite Teil meiner Reise durch Bayerisch Schwaben in den Herbstferien. Ich habe die Herbstferien mit den Kindern genutzt, um eine kleine Reise durch einen Teil von Deutschland zu machen. Ich liebe es, auch andere Teile von Deutschland zu entdecken und auch den Kindern ganz viel Geschichte und Traditionen zu vermitteln, sodass sie sich auch in ihrem Heimatland ein wenig auskennen. Da wir die Herbstferien immer ohne meinen Mann gestalten, ging es diesmal nur für uns drei nach Süddeutschland. Nach Bayerisch-Schwaben, um genau zu sein. Das Gebiet im südwestlichen Teil von Bayern angrenzend an Baden-Württemberg nennt sich Bayerisch-Schwaben. Man kann sich ganz gut an den Städten Augsburg, Ulm und Nördlingen orientieren, die alle in dieser Region liegen. Den ersten Teil unserer Reise könnt ihr bereits hier nachlesen.
Montagmittag verließen wir das Wittelsbacher Land in Richtung Günzburg. Denn dort stand noch etwas an: Der Besuch des Legolands. Ich habe mit den Kindern bisher wenige Ausflüge in Freizeitparks gemacht und das machte die Aufregung natürlich nur noch größer… Seit Wochen erzählten sie jedem, dass es in den Herbstferien ins Legoland geht. Ihr großes Highlight der Reise.
Da wir aber erst am nächsten Tag in den Freizeitpark wollten und recht früh schon in Günzburg waren, schauten wir uns das Städtchen an. Ich war als Kind bereits einmal in Günzburg. Wir hatten Feriengäste aus Günzburg in Nordfriesland, die regelmäßig kamen und Kinder im gleichen Alter hatten. Irgendwann durfte ich dort einmal hinreisen und die Familie besuchen. Das war eine sehr schöne Zeit, die mir immer noch in Erinnerung geblieben ist. Aber ein richtiges Bild von Günzburg hatte ich nicht mehr. Ok – es liegt auch mehr als 30 Jahre zurück. Ich hatte den Tipp bekommen, dass man in der Touristeninformation eine Stadttour für Kinder bekommt (neben der Lauschtour, die ich euch ja schon im ersten Artikel empfohlen hatte). Und so war unser erstes Ziel die Touristeninformation direkt am Schlossplatz. Mit einem kleinen Faltblatt für jedes der Mädchen machten wir einen gemütlichen Spaziergang durch den mittelalterlichen Stadtkern, legten eine kleine Mittagspause ein, bummelten noch ein wenig und kamen dann mit der ausgefüllten Rallye wieder zurück zur Touristeninformation. Dort bekamen beide ein kleines Geschenk und wurden als geprüfte Altstadt Detektive ausgezeichnet… Ein total schöner Zeitvertreib, bei dem wir allerlei über die Stadt erfuhren und die Kinder fasziniert mitmachten. Ich mag ja solche Angebote sehr gerne. Denn ehrlich gesagt finden die Kinder das aus anderen Quellen immer etwas spannender, als würde ich referieren. Wobei ich es mir dafür ja auch anlesen müsste.

Gegen Nachmittag machten wir uns dann auf in Richtung Legoland, denn wir wollten hier schon eine Nacht übernachten. Zu dem Themenpark südlich von Günzburg gehört auch ein Feriendorf mit unterschiedlichen Übernachtungsmöglichkeiten. So gibt es eine Burg, ein Ninjago Hotel, ein Piratenhotel, Campingfässer und -platz, ein Piratenhotel und seit neuestem die Waldabenteuer Lodge, in der wir auch unser Quartier bezogen. Es ist entsprechend dem Motto alles super kinderfreundlich, neu gemacht und sehr gut durchorganisiert. Am besten gefiel mir die Legoplatte mit dem Legoteilen direkt an den Hochbetten. Die Kinder waren sofort im Glück und verschwanden auf einem der großen Spielplätze und machten etliche Fotos von Lego Tieren, die man rund um die Waldabenteuer Lodges findet. Und ich nutze einen kurzen Moment zum Durchatmen auf unserem Balkon, denn die Sonne zeigte sich für einen kurzen Moment.
Auf dem Gelände des Feriendorfs findet man auch den Hochseilgarten Günzburg. Hier wollten wir uns für ein bis zwei Stunden die Zeit vertreiben. Ich wusste bereits im Vorfeld, dass ich meine Komfortzone stark verlassen muss. Wie ihr bereits im ersten Teil lesen konntet, habe ich großen Respekt vor Höhe. Und ein Hochseilgarten birgt ja so manche Höhen-Herausforderung. Das Team des Hochseilgartens war unglaublich nett und nach der ersten Einweisung haben wir auch ganz mutig die ersten Parcours gestartet. Die Kinder haben das wirklich super gemacht und waren auch recht geduldig mit ihrer Mutter. Und ich hab mich auch tapfer auf der ersten Ebene geschlagen, bevor ich aufgegeben haben. Aber nicht die Mädchen. Beide sind wirklich besonders mutige und starke Kinder, sodass sie natürlich noch andere Parcours und Herausforderungen gemeistert haben. Eigentlich müssen alle Sachen gemeinsam mit einem Erwachsenen bestritten werden. Aber glücklicherweise bekamen wir Unterstützung und so konnten die Kinder weitere höhere Parcours, einen Heldensprung, Kletterwand und 300 m Seilrutschenparcours auch ohne meine Mithilfe meistern. Sie waren unglaublich stolz und glücklich und das gehört für beide mit zur schönsten Zeit unserer Reise.


Am Abend machten wir uns auf dem Weg in ein Steakhouse auf dem Legoland Gelände. Ich hatte im Vorfeld gelesen, dass es dort am besten mit der glutenfreien Ernährung klappt bzw. dort die größte Auswahl ist. Die Allergiker-Informationen waren in allen Restaurants super (konnte man im Vorfeld auch überall auf der Legoland Seite nachlesen) und so wurden wir glücklich und satt. Und so kuschelten wir uns dann in unser Waldabenteuer Zimmer.
Für das Frühstücksbuffet mussten wir uns auf ein Zeitfenster festlegen. Und auch wenn im Vorfeld mehrfach das Gejammer groß war, dass man doch nicht so früh aufstehen wolle, waren die Kinder bereit, für einen frühen Besuch im Legoland auch früh aufzustehen. So hatten wir das Frühstückszeitfenster zwischen 7:30 Uhr und 8:45 Uhr. Das Frühstücksrestaurant lag direkt gegenüber von unserem Zimmer, sodass wir danach nur noch schnell auschecken und uns auf dem Weg ins Legoland machten. Einige Freunde der Kinder haben bereits einen Legoland Führerschein gemacht. Und dies war für meine Kinder auch das Objekt der Begierde. Ich hatte im Vorfeld gelesen, dass man sich dafür frühzeitig anmelden muss. Also standen wir ab 9:45 Uhr in der Schlange, um uns pünktlich um 10 Uhr für den Legoland Führerschein anmelden zu können. Und Überraschung: beide Kinder haben ihren Führerschein bestanden. Große Freude und großer Stolz. Beide haben jetzt auch so eine Kunststoffkarte, die sie gerne und stolz herumzeigen. Den restlichen Tag ließen wir uns durchs Legoland treiben und machten etliche Fahrgeschäfte mit. Wir waren ja außerhalb der bayerischen Ferienzeiten da. Was natürlich ein Vorteil ist, da die Schlangen nicht besonders lang waren. Ansonsten hätten wir uns vermutlich einen Express Pass gegönnt. Damit kann man die Wartezeit verkürzen. Zweiter Vorteil des Besuchs des Themenparks mit meinen Kindern – die Kinder sind schon groß genug, um viele Fahrgeschäfte alleine zu machen. Und natürlich auch mutig. Und so wurde so manche Fahrt gemacht, bei der sich bei mir schon alleine beim Zuschauen der Magen umdrehte. Aber beide Kinder waren glücklich und selig und wären am liebsten gar nicht abgereist. Wir bummelten auch noch ein wenig durch die Geschäfte. Und machten für jedes Familienmitglied noch eine individuelle Lego Figur. Mit glücklichen Kindern und glänzenden Augen machten wir uns dann auf die Weiterfahrt zu unserem letzten Ziel: Augsburg.

In Augsburg bezogen wir unser Zimmer in einem etwas traditionelleren Hotel in der Nähe des Mozarthauses. Das ist das Geburtshaus von Leopold Mozart. Wir machten uns zu Fuß auf den Weg in die Augsburger Innenstadt. Leider machte uns das Wetter einen kleinen Strich durch die Rechnung. Das ist der Nachteil, wenn man diese Reisen in den Herbstferien unternimmt. Aber wir sind ja nicht aus Zucker. Zum Abendessen ging es in ein Restaurant in der Nähe der Fuggerei, welche wir am nächsten Tag auch noch besichtigen wollten. Bayerische Tapas rundeten für uns den Tag ab und wir fielen glücklich ins Bett.
Am nächsten Morgen wurden wir nach einem leckeren Frühstück im Hotel abgeholt und machten eine Stadtführung durch Augsburg. Unsere Führerin fragte uns, was wir uns gerne anschauen wollten. Und für mich stand ganz klar ein Besuch der Fuggerei auf der Tagesordnung. Viele von euch wissen ja, dass ich Interior Design studiert habe. Im Zuge des Studiums haben wir auch verschiedene Siedlungsformen besprochen, analysiert und besucht. Die Fuggerei ist die älteste bestehende Sozialsiedlung der Welt, quasi eine Stadt in der Stadt mit 67 Häusern und 142 Wohnungen sowie einer eigenen Kirche. Diese Stadt in der Stadt wurde von Jakob Fugger (und seinen Brüdern) im Jahre 1521 gestiftet. Es leben hier rund 150 bedürftige Augsburger. Zu einem wahnsinnig günstigen Mietpreis von einer Jahreskaltmiete von 88 Cent. Wichtig sind der katholische Glaube und drei tägliche Gebete, sowie die Tatsache, dass man unverschuldet in Not geraten ist und seit mindestens zwei Jahren Augsburger Bürger ist. Diese Rahmenbedingungen gelten seit dem 16. Jahrhundert und haben sich nicht geändert. Aber auch dieses Gelände und die denkmalgeschützten Gebäude müssen finanziert werden. Und man muss kein Mathegenie sein, um zu bemerken, dass dies nicht über die Mieteinnahmen funktioniert. Das Areal finanziert sich inzwischen über Immobilien und Waldwirtschaft aus der Fuggerschen Stiftung sowie durch die Eintrittsgelder des Geländes. Es gibt sogenannte Museumswohnungen, die man besichtigen kann und in denen man viel über die Entwicklung und die Zeit in diesen alten Gemäuern erfährt.


Von dort ging es für uns entlang des Hinteren und des Mittleren Lechs immer weiter durch die Altstadt und wir erfuhren viel über Augsburg und die Augsburger. Bei der Augsburger Puppenkiste trennten sich die Wege von der Führerin und uns, und wir machten uns auf in das Museum der Puppenkiste. Es war der erste Tag nach der Neueröffnung. Das Museum wurde in den vergangenen Monaten umgebaut, sodass der Andrang natürlich groß war. Das Haupt-Publikum entspricht eher der Generation, die noch mit den Anfängen der Puppenkiste groß geworden ist. Aber auch meine Kinder wurden sofort abgeholt und waren fasziniert von den Figuren den Filmsets und den medial aufbereiteten geschichtlichen Hintergründen. So war dieser Museumsbesuch für uns alle drei etwas, und wir verließen selig die Puppenkiste. Zum Abschluss schlenderten wir noch ein wenig durch Augsburg und machten uns dann auf die weite Heimreise mit dem Auto, mit dem Versprechen, doch unbedingt noch mal wiederzukommen.


Ich freue mich sehr, dass ihr diesen Artikel gelesen habt. Für mich sind diese Reiseartikel auch immer ein bisschen Tagebuch. Und ich hoffe auch für meine Kinder irgendwann. Wart Ihr schon einmal in Bayerisch Schwaben und Umgebung? Und was habe ich verpasst? Denn ja: ich möchte unbedingt noch mal wiederkommen!
Alles Liebe
Clara
P.S. Diese Reise war eine Presse Einladung vom Tourismusverband von Bayerisch Schwaben. Sie haben uns ein Rahmenprogramm vorbereitet. Dieses haben wir dann ganz individuell ausgestaltet und Dinge erlebt, Zwischenstopps eingelegt und Eindrücke und Marmeladenmomente gesammelt.























Marina sagt
Liebe Clara,
ich fand es sehr spannend, wie ihr meine Heimat bei eurem Besuch erlebt und kennengelernt habt!
Und mein Sohn will auch immer ins Legoland, aber Augsburg ist da doch zu weit weg 😂 Vielleicht schaffen wir das ja auch mal 😅
Liebe Grüße,
Marina
Fuggerstädterin sagt
Liebe Grüße aus der 2. Fuggerstadt in Bayerisch-Schwaben! Ja, hier ist es schon schön und wir sind gerne hier! (Aber unter uns ;) ich beneide euch trotzdem um Hamburg und die Nordsee)
Danke fürs mit auf die Reise nehmen!
tastesheriff Clara sagt
Hach! Wir haben es doch alle extrem schön..
Super gerne und ganz viele Grüße
Clara