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Ihr Lieben!
Wir sind in den letzten Zügen der Herbstferien und verbringen gerade die letzten Tage in Nordfriesland. Dies ist ja immer eine sichere Bank für uns, aber wir lieben es auch, anderen Urlaub zu machen und andere Gegenden zu erkunden. Für mich muss es aber nicht immer das Ausland sein. Denn ich finde es total spannend, auch andere Gegenden und Orte in Deutschland zu entdecken und den Kindern näherzubringen. Denn wir haben ein so vielfältiges Land und ich finde es total toll, wirklich viele Facetten davon zu kennen. Vielleicht erinnert Ihr Euch auch an unsere Deutschlandreise in den Herbstferien im letzten Jahr (Teil 1 und Teil 2) Und so ging es für uns am Anfang der Herbstferien für ein paar Tage nach Bayern – nach Bayerisch-Schwaben, um genau zu sein. Das Gebiet im südwestlichen Teil von Bayern angrenzend an Baden-Württemberg nennt sich Bayerisch-Schwaben. Man kann sich ganz gut an den Städten Augsburg, Ulm und Nördlingen orientieren, die alle in dieser Region liegen.

Und genau dahin ging es für uns. Den Anfang machte Nördlingen. Die kleine Stadt war mir schon ein Begriff, aber ich war vorher noch nie dort. Die Kinder und ich machten uns in den Morgenstunden ganz früh auf in Richtung Süden und waren so sogar schon zur Mittagszeit in Nördlingen und wurden von einer ganz zauberhaften historischen Stadt begrüßt. Unser modernes Hotel (heylou) lag etwas außerhalb des historischen Stadtkerns, war aber fußläufig gut erreichbar. So ließen wir unser Auto am Hotel stehen und machten uns auf den Weg in die historische Altstadt. Nördlingen liegt im Geopark Ries, wovon ich euch später noch etwas mehr erzähle. Die Stadt ist unter anderem bekannt für die gut erhaltene mittelalterliche Stadtmauer mit Türmen und einem überdachten Wehrgang rund um die Altstadt. Und so starteten wir natürlich mit einem Rundgang über den Wehrgang. Also die 2,6 km auf der Nördlinger Stadtmauer. Und passenderweise gab es dort für die Kinder eine kleine Stempelaufgabe. So konnte man sich an jedem Tor einen Stempel in einem Sammelbuch abholen und hätte dies dann im Tourismusbüro abgeben können. Und ich vermute, dort gab es eine kleine Überraschung. Wir haben es am Ende nicht abgegeben, aber das Stempeln haben wir uns natürlich nicht nehmen lassen. Die Kinder waren Feuer und Flamme und machten mit viel Begeisterung diese 2,6 km mit. Für uns im Norden sind solche Stadtmauern ja nicht so besonders häufig. Daher war diese Art der Stadtbesichtigung ganz anders und ganz spannend.
Wir verschafften uns also von dem Wehrgang aus eine Übersicht über die Stadt, bevor wir uns in das samstägliche Getümmel warfen. Der Wochenmarkt wurde bereits abgebaut, aber natürlich nutzten wir die letzten Sonnenstrahlen für ein Eis auf dem Marktplatz. Direkt unter der gotischen St.-Georgskirche mit dem charakteristisch hohem Kirchturm, welcher Daniel genannt wird. Und dies ist das Hauptwahrzeichen der Stadt. Oben auf dem Turm auf 70 m Höhe findet man die Turmstube und darüber liegend die Aussichtsgalerie, die man nach 350 Stufen erreicht hat. Hier hat man einen Rundblick über die Dächer der Altstadt die Stadtmauer und die umliegenden Dörfer. Die in der achten Ebene liegende Turmstube ist von einem Türmer besetzt – ein Beruf, den es nur noch in wenigen Städten Europas gibt. Der Türmer ruft um 22 Uhr bis 24 Uhr halbstündlich vom Turm „So gsell‘ so“ in alle vier Himmelsrichtungen. Unser Ziel war es auch dort oben auf den Kirchturm zu steigen, aber meine Höhenangst machte mir nach ca. 200 Stufen einen Strich durch die Rechnung und wir brachen ab. So ist das manchmal…

Stattdessen schlenderten wir weiter durch die Altstadt- machten hier ein Bild, da ein Foto und legt noch einmal kurz die Füße hoch, bevor wir abends in das extrem nette Restaurant Kleibs an Daniel gingen. Wir haben ja immer die Sondersituation, dass bei uns einige Familienmitglieder glutenfrei leben müssen. Und das auch sehr streng. Das ist nicht immer so einfach, aber wir hatten es bei allen Lokalen und Restaurants vorher angemeldet. Und hier war es besonders nett und charmant und alles problemlos möglich. Die Kinder waren am Ende sehr müde und so brachte ich sie ins Hotel und ins Bett und zog noch einmal kurz meine Laufschuhe an, um den Türmer doch noch einmal live bei der Arbeit zu erwischen. Und so ging mein Herz ein bisschen auf, als er um 22 Uhr pünktlich in alle vier Himmelsrichtungen seinen Türmer-Ruf rief.


Nördlingen liegt im Nördlinger Ries, dem Einschlagskrater eines Meteoriten, der vor 15 Millionen Jahren in die Alp einschlug. Man wunderte sich immer, warum es zu einer solchen Vertiefung kam und erst 1960 konnte nachgewiesen werden, dass es an dem Asteroiden lag. Vorher ging man immer davon aus, dass diese Vertiefung (ein kreisförmiges flaches tiefer liegendes Becken von gut 20 km Durchmesser) aufgrund eines Vulkans entstand. Aber ein amerikanischer Forscher fand dies 1960 raus und alles war eben doch anders gewesen. Touristisch ist dies ein großes Thema: Es gibt das Riesenkratermuseum und auch rund um Nördlingen gibt es ganz viele unterschiedliche Flächen und Naherholungsgebiete, die über den Geopark Ries erschlossen wurden. Wir hatten am Sonntagmorgen das Glück, eine wunderbare Führung für Kinder mit Carolin Schober-Mittring zu bekommen. Wir trafen uns am Parkplatz der Ofnethöhlen und machten einen kurzen Abstecher zu den Höhlen und der Villa Rustica, einer alten römischen Hofanlage. Denn ja: auch die Römer waren schon hier. Die Kinder lernten wahnsinnig viel und lauschten ganz gespannt, wie Carolin uns mitnahm in die Geschichte. Von dort aus ging es für uns noch weiter zum Erlebnis Geotop Lindle. Dies ist ein Rundweg, bei dem Erwachsenen und Kindern ganz viel zu dem Geopark Ries erklärt wird. Man lernt viel über Gesteine und über die Geschichte dieses Riesenkraters. Und Kinder können auch ein wenig im Steinbruch hämmern. Das war wirklich sehr interessant. Und ich kann eine Führung bei Carolin nur ans Herz legen. Wenn man das Ganze auf eigene Faust erleben möchte, gibt es eine App. Die kostenlose Lauschtour App. Und dort kann man an verschiedenen Orten in Bayerisch-Schwaben etwas über die Geschichte erfahren. Im Laufe unserer Reise begegneten uns diese Lauschpunkte immer wieder, und ich war sehr froh, die App installiert zu haben und den Kindern immer wieder was Neues zu den Orten erzählen zu können bzw. hörspielmäßig ablaufen zu lassen.

Wir hatten morgens schon alles wieder ins Auto gepackt und so ging es nach dieser schönen Exkursion in die Natur weiter in Richtung Augsburg bzw. zu unserem Ziel ein Stück hinter Augsburg – ins Wittelsbacher Land. Auf dem Weg lag die Burg Harburg, welche uns noch ans Herz gelegt wurde. Also fuhren wir in Richtung Parkplatz und wurden von ganz vielen Pferdeanhängern, Reitern und jeder Menge Hunde überrascht. Wir fanden noch einen Parkplatz und beobachteten die vielen Menschen und Reiter auf ihrem Weg in den Burginnenhof. Als wir dann in der Burg ankamen, erfuhren wir, dass dies die jährliche Schleppjagd sei. Ein Anlass, zu dem viele Besucher extra kommen und die Reiter auch ein Stück begleiten. Wir überlegten kurz, ob wir uns auch auf den Weg machen sollten. Aber wir entschieden uns für eine kleine Besichtigung der beeindruckenden und hübschen Burg und machten uns dann weiter auf unsere Reise.


Der Hunger trieb uns zu unserem nächsten Ziel. Bzw meine Lust auf einen vernünftigen Kaffee. Und so macht wir Halt in Donauwörth. Die Kreisstadt liegt direkt an der Donau an der Romantischen Straße. Und so sahen die Kinder zum ersten Mal bewusst die Donau und waren ganz aus dem Häuschen. Im Café La Cami bekamen wir köstlichen Kuchen (glutenhaltig) und ich auch meinen Kaffee… Dies sollte ja nur ein kleiner Zwischenstopp sein.
Unser Ziel war das Wittelsbacher Land. Dort übernachteten wir im Schloss und Gasthof Schloss Blumenthal. Dem ein oder anderen von Euch wird dieser Ort ein Begriff sein. Denn aus dem Schloss Blumenthal kommt auch wunderbarer und ausgezeichneter Ziegenkäse, der auch auf Wochenmärkten oder im Biomärkten in der ganzen Region vertrieben wird. Zudem gibt es eine solidarische Landwirtschaft auf dem Gelände und einen Hofladen. Und es ist als Hotel und Hochzeitslocation bekannt. 2006 haben acht Familien gemeinsam das Schloss Blumenthal erworben. Sie haben dazu eine Firma gegründet und 2007 angefangen, das Gasthaus zu betreiben. Inzwischen leben auf dem Gelände 43 Erwachsene und viele Kinder. Sie führen neben dem Gasthaus ein Seminarbetrieb, ein Hotel und die eigene Landwirtschaft mit Hofladen. Jeder hat seine eigene Aufgabe und seinen eigenen Verantwortungsbereich und so findet man im Blumenthal ein Zusammenschluss von Menschen, die gemeinsam leben und arbeiten. Sie haben als fünf Säulen der Gemeinschaft: soziales Gemeinwohl, Ökonomie, Ökologie, Kunst und Kultur, Gesundheit und Bewusstsein. Ich finde das ein total spannendes Konzept und bin voller Bewunderung, dass dies hier seit so vielen Jahren schon zu funktionieren scheint.

Alle Hotelzimmer sind unterschiedlich von verschiedenen Künstlern gestaltet. Auf der anderen Seite der Schlossanlage findet man das Restaurant mit einem großen Biergarten, in dem man köstliche bayerische und schwäbische Küche bekommt. Alles Bio zertifiziert und viel aus dem eigenen Anbau.


Ich war sehr positiv überrascht über die moderne und zeitgemäße Umsetzung vor Ort und den Erfolg des Konzepts. Wir schauten uns das ganze Gelände an, besuchten die Ziegen und Esel, gingen durch den Heilgarten, und die Kinder kamen direkt mit anderen Kindern in Kontakt und unsere Kleinste war erstmal mit anderen Jungs und einem Gokart verschwunden. Wir hatten das Glück, den Hofladen besichtigen und den wirklich besonders leckeren Käse probieren zu dürfen. Wenn ihr die Chance habt den Käse zu bekommen, greift zu. Denn das lohnt sich wirklich. Und habt ihr auch schon mal Ziegenmilch probiert? Ich habe das erste Mal einen Schluck davon getrunken und war ganz überrascht. Denn ich hatte einen deutlich „ziegigeren“ Geschmack erwartet. Am Abend ging es für uns ins Restaurant und wir bekamen einen gemütlichen Ecktisch und köstliches Essen. Ich musste natürlich den Burger mit Ziegenkäse essen. Der war wirklich ausgezeichnet.

Aber noch besonderer am nächsten Morgen war das Frühstück. Das üppige Frühstücksbuffet bestach durch wahnsinnige Vielfalt und köstliche Sachen. So gab es unter anderem auch Gemüse aus dem eigenen Anbau und viele köstliche Bioprodukte. Wir hätten den ganzen Vormittag dort sitzen können. Aber bei einer Rundreise muss man ja weiter reisen, und so packten wir wieder unsere Tasche, verabschiedeten uns von den Tieren und machten uns weiter auf den Weg.

Denn für uns ging es schon zu den nächsten Tieren. Ungefähr eine halbe Stunde vom Schloss Blumenthal entfernt ist der Biohof Moll von Birgit und Paul Moll, die einen kleinen Hofladen für ihre eigenen Bio-Erzeugnissen haben. Zudem hat Birgit eine Weidenwerkstatt und macht Weidenobjekte und bietet Weiden-Kurse an. Aber das, was besonders viele Menschen anzieht, sind die Alpakas. Wir durften mit Birgit die Alpakas füttern. An den Wochenenden (und manchmal auch am Freitag) bieten die beiden Alpakawanderungen an. In einer Gruppe von bis zu sechs Personen darf man eine kleine Wanderung von ca. 2 Stunden machen. Und Kinder über 10 Jahren dürfen dabei selbst ein Alpaka führen. Wir durften das schon einmal in Südtirol erleben. Und ich kann es jedem sehr ans Herz legen. Denn das erdet sehr und ist ein wirklich tolles Erlebnis.
Wir bekamen die Chance, die Tiere zu füttern und gingen dann noch zu den Hühnern. Dort sammelten die Eier ein.


Im Hofladen bekommt man auch einige Alpaka Produkte und Felle. Aber vor allem wird die Wolle auch individuell zu jedem Alpaka zugeordnet. So kann man sich eine Mütze oder Socken von seinem Lieblings-Alpaka stricken. Das ist doch eine herrliche Idee…

Ich merke so langsam, dass dieser Artikel ein wenig den Rahmen sprengt. Ich habe wahnsinnig viele Bilder gemacht. Und hier war erst die Halbzeit der Reise. Somit bekommt ihr in den nächsten Tagen einfach den zweiten Teil.
Ich würde mich freuen, wenn ihr euch dann auch noch den zweiten Teil durchlest.
Alles Liebe
Clara
P.S. Diese Reise war eine Presse Einladung vom Tourismusverband von Bayerisch-Schwaben. Sie haben uns ein Rahmenprogramm vorbereitet. Dieses haben wir dann ganz individuell ausgestaltet und Dinge erlebt, Zwischenstopps eingelegt und Eindrücke und Marmeladenmomente gesammelt.







































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