
Heute mal wieder ein schöner Beitrag meiner Autorin Urte – als kleiner Mutmacher für diese Zeit
Jetzt ist er da, der Januar im neuen Jahr, das für uns alle wieder viel schöner und leichter werden soll. Noch fühlt es sich nicht so an, finde ich. Noch ist es meistens grau und ein bisschen nieselig, außen und innen. Also müssen Strategien her, die helfen, besser durchzukommen. Durch den Lockdown, den Winter, überhaupt, diese merkwürdige Zeit, die sich gar nicht so richtig in Worte fassen lässt. Einige Dinge, die mir helfen, nicht abzudrehen.
Schreiben. Wenn ich nicht hundemüde bin, sondern ein bisschen Raum im Kopf habe, dann setze ich mich hin und schreibe. Was los ist, was los war, was in mir drin ist. Ich habe mich lange nach einem passenden Kalenderbuch umgesehen, es gibt ja mittlerweile tausende. Mein Ding sind nicht so die vorgedruckten Tage- und Befindlichkeitsbücher mit Sinnsprüchen und Achtsamkeitstipps. Lieber ein Kalendertagebuch in toller Qualität, das viel Platz bietet für Gedanken und gern auch noch ein bisschen was Gestempeltes oder Gezeichnetes. Das Moleskin Daily Diary bietet mir das, aber es gibt bestimmt noch viele andere.
Machen. Ich habe hier zuhause meine kleine Werkstatt, in die ich zum Glück immer gehen kann, wenn ich mal komplett abschalten muss. Beim Gießen, Schleifen, Lackieren oder Färben bin ich bei mir, alles andere bleibt für eine Weile draußen. Anregungen für kleine Kunst- und DIY-Projekte findet ihr ja im Internet zuhauf. Ein guter Ausgangspunkt zur Inspiration ist meiner Meinung nach das australische „frankie“ Magazin. Am liebsten in der Print-Ausgabe, aber auch online findet ihr viele schöne Projekte und Beiträge, wenn ihr euch für Kunst, Design, DIY, Fashion oder Food interessiert. Das sind ja wohl dann alle hier, oder?
Rausgehen. Entweder: Hunde, Kind und Mann schnappen und raus in die Wälder, an die Elbe. Die Fähren fahren ja noch, so setzen wir uns manchmal in Teufelsbrück rein und fahren rüber nach Finkenwerder. Einmal durch den Rüschpark, dann entlang des Steendiekkanals durch den charismatischen, maritim geprägten Stadtteil bis zum Kutterhafen, einen Blick auf den KunstBagger werfen. Und von dort zurück zum Fähranleger. Noch Pommes gegessen und zurück auf die Fähre.
Oder: Freundin schnappen und mit einem Kaffee durch Altona oder St. Pauli. Darauf freuen, dass man beim über-über-übernächsten Spaziergang vielleicht auch wieder mal spontan ein paar Blumen mitnehmen kann (denn: die Blumenläden vermisse ich schon sehr) oder im Café sitzen darf. Einer unserer letzten Spaziergänge hat uns an der Affenfaustgalerie auf St. Pauli vorbeigeführt. Dort gibt es momentan eine Schaufenstergalerie mit neuen und alten Werken aus dem Repertoire. Das lohnt sich!
Lesen. Ich bin traditionell ein Vielleser. Momentan aber, das muss ich zugeben, entscheide ich mich häufig für eine gute Serie anstatt eines Romans. Wenn ich dieser Tage zu einem Buch greife, dann tue ich eigentlich nur so, als ob ich lese und versenke mich in eines der ungefähr tausend superhübschen Wohn- Koch- und Lifestylebücher, die in meinem Regal stehen. Besonders schön für diese Zeit des Einmummelns finde ich Okka Rohds „Herdwärme“(Werbung / Amazon Partnerlink), in dem sie Rezepte für Gerichte aufgeschrieben hat, die sie sich von Kochprofis hat beibringen lassen. Dazu gibt es kulinarische Geschichten in Okkas wunderbarer Schreibe. Auch wärmstens ans Herz legen möchte ich euch Marlene Sörensens „Woher hat sie das?“, mittlerweile gute zwei Jahre alt, aber immer noch topaktuell. Sie lässt darin zahlreiche inspirierende Frauen ihre liebsten Outfits zeigen und erklärt, was geht und was nicht. Ich habe zum Beispiel da gelernt, dass man UGG Boots mittlerweile unter bestimmten Umständen tatsächlich tragen darf. Hier zuhause (altes Haus, sehr fußkalt) habe ich seitdem fast nichts anderes mehr an. Ein wunderbares Buch, um von Zeiten zu träumen, in denen man die Jogginghosen mal wieder langfristig ausziehen kann.
Gucken. Wenn ich dann doch hundemüde bin und nichts mehr selbst zustande bringe, dann geht es auf die Couch, unter die Decke und vor den Bildschirm. All die wunderbaren eskapistischen Serien, die ihr ja bestimmt auch alle bestens im Blick habt, gucke ich natürlich auch (ich sage nur: „Sex Education„. Hoffentlich geht das ganz bald weiter). Manchmal mache ich mich aber auch auf die Suche nach Filmen oder Serien, die mir ein, zwei neue Gedanken mitgeben. Gerade habe ich mit großem Vergnügen Martin Scorseses Miniserie „Pretend it ́s a city“ angesehen, in der er seine Freundin und New York Ikone Fran Lebowitz ihren Blick auf die Stadt und das Leben erzählen lässt. Das ist herrlich, bissig und lässt mich an der einen oder anderen Stelle über Dinge nachdenken, die ja auch noch wichtig sind, trotz des alles beherrschenden Virusthemas: Kunst, Medien, Feminismus… Nicht zuletzt vermittelt die Dokumentation einen Blick auf die Freundschaft zwischen zwei zutiefst interessanten Persönlichkeiten – dem Regisseur und seiner Protagonistin.
Kommt gut durch – ich schicke euch liebe Grüße!
Urte
Danke liebe Urte!



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