
Ihr Lieben,
in einem meiner Frage Sticker bei Instagram in den letzten Monaten wurde ich mehrfach gefragt, ob ich mal etwas zum Thema glutenfrei Reisen schreiben kann. Und natürlich kann ich das sehr gerne. Ich habe mich aber etwas schwer getan, gerade auch weil das natürlich sehr persönlich ist. Und es betrifft nicht nur mich, sondern vor allem meine Familie. Vielleicht einmal zur Einordnung: Zwei meiner Familienmitglieder haben eine Autoimmunerkrankung und müssen streng glutenfrei leben. Anders als bei vielen anderen Menschen, wo auf Gluten ganz normal oder manchmal auch nur eingeschränkter gegessen werden kann, muss hier extrem stark darauf geachtet werden. Das bedeutet, wir müssen ganz stark auf Kontamination achten. Und auch kleine Spuren von Gerstenmalzextrakt, Weizen oder Ähnlichem, welches sich auch mal in Tee, Mayonnaise, Brühe, Gewürzmischung oder Sojasauce befinden kann, sorgt für eine große gesundheitliche Verschlechterung. Und dann in der Konsequenz leider auch zu einem akuten Rückfall, der die Personen 2 Tage lang ans Bett/Bad bindet. Selbst Gerichte, bei denen man denkt, dass sie immer glutenfrei sind, wie z.B Pommes oder Salate, können durch Panaden, frittiertes Fett mit Restbeständen oder auch Röstzwiebeln kontaminiert sein und kommen dann nicht mehr in Frage.

Das bedeutet, dass wir besonders stark darauf achten. Aber wie schrieb neulich jemand so schön: „Man muss dabei auch immer auf seine psychische Gesundheit acht geben!“ Und entgegen der ersten Diagnose, wo vor allem ich dachte: das Leben ist zu Ende und kann so nicht mehr so weitergeführt werden, hat es sich als ganz anders herausgestellt.
Natürlich leben wir als Familie im Alltag streng glutenfrei. Unsere nicht glutenfreien Familienmitglieder brechen natürlich auch manchmal aus und essen eine leckere Teigware beim Bäcker oder ähnliches. Aber unser Haushalt ist glutenfrei, damit sich auch alle sicher fühlen.
Und wie machen wir das auf Reisen? Natürlich bedarf eine Reise für uns eine größere Vorbereitung. Wenn wir in Ferienwohnung oder andere Unterkünfte fahren, bei denen wir selbst etwas zubereiten können, achte ich darauf, dass es eine Spülmaschine gibt. Ich packe immer noch mal extra Spülmaschinentabs ein, um das ganze Kochgeschirr noch einmal extra durchzuspülen. Und habe ein Schneidebrett, Sieb und Messer mit dabei. Zu dem packe ich auch immer glutenfreie Haferflocken, glutenfreies Brot, Snacks und ein paar glutenfreie Nudeln und Pesto mit ein. Sollten alle Stricke reißen und vor Ort keine Kaufoption vorhanden sein, haben wir immer noch etwas zu essen. Grundsätzlich ist diese Art von Urlaub aber easy.
Aber wir machen auch andere Arten von Urlaub. Rundreise oder von Hotel zu Hotel, natürlich brauchen wir hier auch eine größere Vorbereitung. Ich packe strategisch. Ich habe immer eine kleine Kühlbox mit Lebensmitteln dabei, damit keiner hungrig und damit auch HANGRY wird..
Aber ich mache mich nicht verrückt. Das habe ich für mich gelernt. Man kann wirklich sagen, dass viele Hotels glutenfreies Frühstück anbieten. Wir sind ja auch häufiger in Hotels meines Kunden Landidyll. Das sind alles inhabergeführte Landhotels, bei denen auch ein Restaurant mit eingebunden ist. Und die haben das wirklich super auf dem Zettel. Die sind alle gut geschult, ansprechbar und man findet unkomplizierte Lösungen.
Ansonsten gibt es auch eine sehr große glutenfreie Community. Es gibt dazu Facebook-Gruppen und dort nutze ich im Vorfeld häufig die Suchfunktion, um mich vorab zu informieren.
Des Weiteren nutze ich die App „Find Me GF“. Dort findet man über die Umkreissuche immer wieder Tipps über sichere glutenfreie Orte. Und ich bereite unsere Reisen auch immer ganz gut vor. Das bedeutet, ich informiere mich im Vorfeld, was es vor Ort für glutenfreie Optionen gibt.
Ich habe die Erfahrung gemacht, je besser das Restaurant ist (und leider auch hochpreisiger) desto besser wird darauf geachtet und kann darauf eingegangen werden. Denn dort werden deutlich weniger bis gar keine Convenience Produkte genutzt, die ja häufig Gluten enthalten.

Dazu gibt es ein paar Restaurantketten, die für gute glutenfreie Optionen stehen. Das Hard Rock Café soll dafür super sein und ich habe auch im Blockhouse immer gute Erfahrungen gemacht. Wichtig ist, dass man einfach freundlich auf die Menschen zugeht und das Thema anspricht. Aber auch nicht zum Problembär wird ;-). Es ist natürlich immer eine Sache der Ansprache. Guter und geschulter Service ist da auch wichtig. Man merkt aber recht schnell, ob die Person wirklich Ahnung hat, oder ob man sich gegen den Restaurantbesuch entscheiden soll .
Das Wichtigste sind Snacks, Snacks, Snacks im Gepäck. Die kann man aber ja auch an verschiedenen Orten immer wieder auffüllen. Sei es in Supermärkten oder Drogeriemärkten, die ja alle über ein großes glutenfreies Angebot verfügen.
Und ansonsten gibt es für die betroffenen Familienmitglieder häufiger Kartoffeln, Pommes, Salat oder Fleischgerichte. Irgendwie bekommt man das immer irgendwo. Und es musste bei uns noch keiner hungrig den Tag verbringen. In den letzten zwei Jahren mit der Diagnose ist bei uns wirklich immer alles gut gegangen. Nur bei einem Restaurantbesuch habe ich mich sehr unwohl gefühlt, konnte aber wegen der Rahmenbedingungen und Begleitung nicht so richtig das Restaurant verlassen. Aber auch da war am Ende alles gut.

Es klingt alles sehr kompliziert. Aber ich gehe mit einer gewissen Leichtigkeit durchs Leben. Und das liege ich auch bei unseren Reisen an dem Tag. Anders als vorher, kann man natürlich nicht alle Bedürfnisse stillen. Vielleicht hat die Person gerade richtig Lust auf Burger, aber es gibt keine glutenfreie Burgeroptionen. Also muss es dann leider was anderes sein. Da wir alle wissen, was das für Folgen hat und auch solche Glutenunfälle schon mal erlebt haben, ist die Toleranz des Einzelnen recht groß.
Und die Bedürfnisse nach einer speziellen Mahlzeit wie Burger oder Pizza stillen wir dann ja wieder zu Hause. Und so genießen wir das Reisen und die Zeit miteinander und die Eindrücke vor Ort.
Früher hatte das Essen auf Reisen für mich eine ganz hohe Priorität, das hat sich jetzt ein bisschen verlagert. Auf der einen Seite genieße ich es, auch andere Kulturen und anderes Essen kennenzulernen. Aber das Wichtigste ist, dass wir alle gesund sind und beieinander. Und wenn das bedeutet, dass ich die Prioritäten etwas verschieben kann, kann ich damit leben.
In unseren Eheringen steht „hauptsache wir…“ „…sind zusammen“. Und es gilt auch für uns als ganze Familie. Glutenfrei hin oder her.
Bei Instagram nehme ich Euch übrigens auch total gerne mit auf unsere Reisen und auch hier auf dem Blog habe ich zum Beispiel einen Artikel zum Thema „Meine 15 Tipps für einen Roadtrip mit Kindern“ veröffentlicht.
Alles Liebe
Clara





Rita Schulze sagt
Das hast Du mit sehr viel Liebe geschrieben.
Dankeschön 🥰
Lena sagt
Danke für deinen Artikel! Ich esse kein Gluten aber auch keine Haferflocken. Hast du ein empfehlenswertes Pizzateigrezept?